Star Wars - Das Kartenspiel - Review

Spieler: 2
tatsächliche Spielzeit: ca. 1 h
Genre: Living Card Game
Thema: Das Star Wars der alten Trilogie
Komplexität: recht hoch
Alter: 12
Sprache: deutsch
Autoren: Eric M. Lang
Verlag: Heidelberger Spieleverlag / FFG

Star Wars Das Kartenspiel ist ein Living Card Game, d.h. man spielt mit selbstgebauten Decks gegeneinander (wie bei Magic), dabei wird man mit regelmäßigen Add-Ons mit neuen Karten versorgt. Diese sind nicht wie bei Trading Card Games zufällig zusammengestellt, sondern man weiß schon vorher, welche Karten in dem Add-On sind. Da freut sich der Geldbeutel.


DIE SPIELMECHANIK

Ein Spieler spielt die Rebellen, einer das Imperium. Es gibt da so ein Todesstern-Drehrädchen. Wenn das auf zehn gedreht wird, hat der Rebellenspieler verloren. Jede Runde dreht sich das Rädchen eins weiter, der Imperiumspieler kann den Prozess aber beschleunigen, indem er Missionsziele der Rebellen zerstört und die Macht auf die dunkle Seite zieht (erkläre ich später). Also kommt es durchaus vor, dass sich das Todesstern-Rädchen mehr als nur einmal pro Runde dreht. Der Rebellenspieler muss in der Zwischenzeit imperiale Missionsziele zerstören. Schafft er drei, hat er das Spiel gewonnen.

Die Missionsziele sind nicht nur ein Problem, sondern auch nützlich für den Spieler. Sie generieren nämlich Ressourcen, die die Spieler einsetzen können, um Karten auszuspielen. In der Regel sind das Ausrüstungsgegenstände, Ereignisse (Instants) oder Einheiten (X-Wings, Tie-Fighter, Chewie, Vader etc.) mit Angriffswerten und Lebenspunkten, die die eigenen Missionsziele beschützen, aber auch die feindlichen in der Kampfphase angreifen können. Ist nicht ganz so wie bei Magic, das Kampfssystem ist ausgefuchster. Man entscheidet sich mit welchen „Kreaturen“ man angreift und der Verteidiger schickt welche, um sie aufzuhalten. Dann folgt ein „Edge Battle“, man spielt Karten verdeckt aus der Hand ab, bis beide passen. Die werden dann aufgedeckt und die Punkte, die draufstehen zusammengezählt. Wer die meisten hat, gewinnt das „Edge Battle“. Außerdem gibt es „Fate“-Karten, die speziell nur in „Edge Battles“ gespielt werden und nochmal irgendwelche Effekte haben. Wer das „Edge Battle“ gewinnt, teilt in der Regel um einiges mehr Schaden an gegnerischen Einheiten und Missionszielen aus. Klasse Mechanismus! Macht das Spiel ordentlich spannend. Gerade weil es immer ein Abwägen ist, seine kostbaren Handkarten in so einem „Edge Battle“ zu verwursten. Denkt man eher kurzfristig oder langfristig...

Am Ende der Runde kommt die Machtphase. Man kann einigen seiner Einheiten die Macht zuweisen, d.h. sie zu Jedis/Siths machen. Das hilft, um die Macht auf seiner Seite zu haben. Ist die Macht auf Seiten des Imperiums, dreht sich das böse Rädchen schneller, ist sie auf Seiten der Rebellen, kann mehr Schaden auf imperiale Missionsziele zugeteilt werden. Nachteil ist aber, dass diese „force comitted“ Einheiten sich nicht so schnell „enttappen“ wie andere Einheiten.
Rund um gelungene Spielmechanik. Taktisch sehr anspruchsvoll mit kleinem Glücksfaktor.

Der Deckbau läuft ein wenig anders, als in anderen Spielen. Man sucht sich nur die Missionsziele aus, mit denen man spielen will. Zu jedem Missionsziel gibt es immer fünf Spielkarten, die dann ins Deck kommen. Das ist äußerst ungewöhnlich, erfrischend und entspannend einfach. Man kann so sehr thematisch spielen, ohne das das Deck scheiße wird (Ich bau´ mir jetzt mal die imperiale Raumflotte zusammen die den Todesstern auf Endor beschützt oder stelle mir eine Schmugglerbande von Tatooine zusammen, oder überrenne den Feind mit Wookies von Kashyyk etc.). Gerade auch, wenn man nicht immer so viel Zeit zum Deckbauen hat oder investieren will, kommt einem das Spiel da mächtig entgegen. Und mit der Zeit merkt man dann doch, dass jede Menge Luft nach oben ist. Auch hier gibt es für einen innovativen Deckbaumechanismus drei Daumen nach oben!


DAS THEMA

Star Wars, Star Wars, Star Wars. Es entstehen öfters schöne Star Wars Momente. Zum Beispiel greift man mit seinen Einheiten den Todesstern an (Trench Run Karte), kurz bevor sich das Rädchen auf die zehn dreht und zerstört ihn. Klasse Adaption der Schlacht um Yavin. Auch andere nette thematische Situationen geschehen durch Ereigniskarten oder Karteneffekte der Hauptprotagonisten. Manchmal kämpft aber auch ein AT-ST gegen einen Mon Calamari Cruiser und gewinnt, tja, ein bisschen blöd.


ARTWORKS UND KOMPONENTEN

Die Artworks sind im gleichen Stil gehalten, wie die von Star Wars Rebellion und von denen habe ich in dem Review zu besagtem Spiel schon ausgiebig geschwärmt. Es sind Eigenkreationen, welche aber dezent im Stile der Filme gehalten sind und das macht Laune. Sie zerren Star Wars nicht aus dem Kontext der alten Filmtrilogie, sind aber trotzdem eigen genug, um eine neue Geschichte zu erzählen. Genial.


FÜR WEN:

Für den Deckbauer, da erfrischender neuer Mechanismus
Natürlich für den Star Wars Fan.
Für Leute, die ein anspruchsvolles Strategiespiel zu zweit suchen, was in einer Stunde beendet ist.
Für mich persönlich ist es klasse, um die Zeit bis zur nächsten Rebellion Partie zu überbrücken.
Spielt sich auch ohne Add-Ons und mit vorgefertigten Decks klasse. Man muss also nicht expandieren.
Wunderbar kompetitiv. Ich freue mich schon auf die nächste Schlacht gegen meinen bösen Bruder. Diesmal schlage ich ihn, denn ich habe ein bisschen am Deck geschraubt, hehe...


FÜR WEN NICHT:

Komplexer als man denkt. Zum Glück gibt es Erklärvideos von FFG auf Youtube.
Star Wars sollte man schon mögen, ist voller Insider.


FAZIT

Speziell bei Star Wars Das Kartenspiel ist mir aufgefallen, dass das Grundspiel sehr lange vorhält und eigentlich für sich alleine stehen kann. Die Add-Ons sind dann eher für die fanatischeren Spieler. Mittlerweile gehöre ich aber auch dazu. Außerdem ist es eine Art Kompakt-„Rebellion“, also wenn man mal nicht so viel Zeit hat, kann man ein befriedigendes Star Wars Erlebnis auch innerhalb einer Stunde haben. Und es macht soviel Spaß, einfach mal zu Hause zu hocken und durch die ganzen Karten zu blättern.

Die „Zweite“ Meinung ist heute ein Video vom Hersteller, deshalb nicht wirklich unparteiisch. Aber schaut euch das mal an, danach habt ihr ein gutes Verständnis von den Regeln:

https://www.youtube.com/watch?v=c9dWPwoUQ-Y


Schon gespielt? Dann schildert uns doch kurz eure Erfahrungen:

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