Race for the Galaxy - Review

 

Spieler: 2-4

Dauer: ca. 30 min

Genre: schlankes 4x Spiel, Tableauspiel

Thema: Science Fiction

Komplexität: mittel

Autor: Tom Lehmann

Verlag: Rio Grande Games

Sprache: Englisch

 

 

 

Ihr wollt den Weltraum besiedeln, Technologien erforschen und Raumflotten ausheben und dafür keine meterdicken Spielanleitungen durchackern und stundenlange Partien spielen? Race for the Galaxy besitzt eine elegante Spielmechanik, welche es schafft, ohne Downtime und mit wenig Regelaufwand, in kurzer Zeit ein Universum zu erschaffen, welches ihr immer wieder und wieder betreten wollt!

 

 

DIE SPIELMECHANIK

 

 

Eine Spielrunde teilt sich in zwei Teile. Erstmal wird geplant. Jeder Spieler hält Aktionskarten aus denen er sich eine Karte aussucht und verdeckt ausspielt. Er wählt diejenige Aktion aus, die er in der kommenden Spielrunde auf jeden Fall ausführen möchte. Dann decken alle Spieler gleichzeitig ihre Karten auf. Die gespielten Aktionen werden in einer bestimmten Reihenfolge ausgeführt und zwar von jedem Spieler! Also nicht nur derjenige, der die Karte gelegt hat, sondern auch alle Anderen. Der Leger bekommt aber einen Bonus, d.h. die Aktion wird für ihn/sie günstiger oder besser. Und siehe da, es gibt keine Downtime ;).

 

 

Die Aktionen sind:

 

  1. Explore: Ziehe zwei Karten vom Ziehstapel und behalte eine Bonus: Ziehe sieben und behalte eine oder ziehe drei und behalte zwei.

  2. Develop: Spiele eine Development-Karte, dass ist eine Technologie oder zivilisatorische Errungenschaft.

    Intermezzo: Das Spielen von Karten bedeutet, dass du sie vor dir auslegst und sie von nun an einen permanenten Effekt haben (In der Regel Boni auf Aktionen). Außerdem sind sie Siegespunkte wert. Es ist also ein Tableauspiel.

    Das Spielen von Karten kostet Ressourcen (Höhe der Kosten steht auf der Karte) und Ressourcen sind bei Race for the Galaxy andere Handkarten (Genial, was? Du musst dich entscheiden welche tollen Karten auf deiner Hand behalten willst und welche du als Ressource verbrätst.)

    Der Bonus bei der Develop-Aktion ist, dass die Kosten für das Development um 1 reduziert werden.

  3. Settle: Spiele eine World-Karte, dass ist eine unbesiedelte Welt, deren Besiedlung Ressourcen kostet oder eine bereits besiedelte Welt, die erobert werden will. Dafür bräuchte man Militärstärke, die man durch vorher ausgespielte Development-Karten (z.B. Space Marines) oder militärische World-Karten (New Sparta ;) ) generiert. Der Bonus lässt dich nach dem Ausspielen eine kostenlose Karte ziehen.

  4. Consume: Auf deinen gespielten World-Karten werden Konsumgüter verbraucht. Dass bringt Siegespunkte (werden mit Chips gezählt) und andere Vorteile. Der Bonus lässt dich ein Gut verkaufen (was neue Handkarten bringt oder deine gerade generierten Siegespunkte verdoppeln.

  5. Production: World-Karten mit einer Produktionseigenschaft stellen Konsumgüter her. In Form von verdeckten Karten, die man ein wenig versetzt auf die entsprechenden World-Karten legt, um anzuzeigen, dass sie ein Konsumgut besitzen. Es können auch andere Sachen produziert werden, z. B. Neue Handkarten. Der Bonus lässt dich Ressourcen auf World-Karten produzieren, die das eigentlich gar nicht können. (Ein bereits ausgeplündertes Asteroidenfeld oder sowas.)

 

 

 

Wenn alle vorher gespielten Aktionskarten abgehandelt wurden, geht es wieder von vorne los. So lange bis jemand zwölf Tableaukarten aufgebaut hat oder die Siegespunktchips für das Konsumieren von Konsumgüter verbraucht wurden. Dann zählt man selbige und addiert noch die Siegespunktwerte der einzelnen Karten aus dem eigenen Tableau hinzu.

 

 

 

Interessant ist, dass Karten diese Dreifachfunktion haben. Sie dienen als Tableaukarte, wenn ausgespielt, als Ressource zum Bezahlen von Tableaukarten und als Konsumgut, wenn sie verdeckt auf World-Karten liegen. Das löst auf elegante Weise das „Mana-Problem“, was viele Magicspieler kennen und es ist kein Wunder, dass sich das Terraforming Mars abgeschaut hat. Die Aktionskartenmechanik stammt aus Spielen wie Twilight Imperium, Costa Rica und San Juan und erreicht bei Race for the Galaxy königliche Würde.

 

 

 

DAS THEMA

 

 

Beim ersten Spielen war es mir noch nicht so aufgefallen, da hatte ich die meiste Zeit mit dem Interpretieren der Symbole auf den Karten zu tun, aber so nach und nach hat es dann doch gezündet. Dein Tableau erzählt dir eine wundervolle Geschichte. Wie dein Volk vom ersten Griff zu den Sternen zu einem großen, interstellaren Imperium anwächst. Und das kann es auf verschiedene Weise. Ein Händlervolk, Forscher, Kriegstreiber, Demokraten und Diktatoren oder als rebellische Widerstandskämpfer auf der Suche nach Autonomie. Und das in 30min. Der Hammer!

 

 

 

ARTWORKS UND KOMPONENTEN

 

 

Die Artworks sind interessant und unterstützen das Thema ausgezeichnet. Die Qualität der Zeichnungen und Grafiken variiert in Stil und Qualität, da wahrscheinlich mehrere Grafiker beteiligt waren (Bin jetzt gerade zu faul das zu überprüfen.). Manche mögen das, manche stört das.

 

 

 

FÜR WEN:

 

 

  • Eurogamer

  • 4x-Begeisterte die nicht die Zeit für 10 Stunden Twilight Imperium haben

  • Ihr werdet danach Lust auf Science Fiction Bücher/Filme haben

  • Eigentlich ist dieses Spiel für jeden, da in so kurzer Spielzeit selten so viel Tiefgang erreicht wird

 

 

FÜR WEN NICHT:

 

 

  • Konfrontative Elemente werden vollständig ausgespart und kommen erst in späteren Erweiterungen partiell hinzu.

  • Es gibt keinen Raum für Verhandlungen, Intrigen und Interaktion, wie man es eigentlich vom 4x Thema gewohnt ist, also nicht wundern.

 

 

 

FAZIT

 

 

Race for the Galaxy ist Königsklasse. Schlanke Regeln, kurze Spielzeit, keine Downtime, massig Thema und enormer Wiederspielwert, unabhängig von der Spieleranzahl. Es erfüllt jegliche Kriterien für ein exzellentes Spiel und wird auf ewig in meinem Regal bleiben. Die Addons sind ebenfalls genial, man kann sich mit ihnen aber Zeit lassen, da das Grundspiel mehrere Dutzend mal rauf und runter gezockt werden kann und sollte, bevor man einen Schritt weiter geht. Ich selbst, kann schon lange nicht mehr zählen, wie oft ich schon Race for the Galaxy gespielt habe. Probiert es unbedingt aus.

 


Schon gespielt? Dann schildert uns doch kurz eure Erfahrungen:

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