Lords of Waterdeep - Review

 

Spieleranzahl: 2-5
tatsächliche Spielzeit: ca. 90 min
Genre: Workerplacement
Thema: Fantasy (D&D)
Komplexität: Leichter Zugang, Komplexität steigt während des Spiels stets an
Catch Up: Keine
Alter: Ab 12 Jahren
Autoren: Peter Lee und Rodney Thompson
Sprache: englisch

 


Komponenten:


Game board
Storage tray
5 player mats
100 Adventurer cubes:

25 Clerics (white)
25 Fighters (orange)
25 Rogues (black)
25 Wizards (purple)

33 wooden pieces:

5 score markers
25 Agents (five of each color)
1 Ambassador
1 Lieutenant
1 First Player marker

121 cards:

11 Lord of Waterdeep cards
50 Intrigue cards
60 Quest cards

170 die-cut pieces:

24 Building tiles
45 Building control markers (nine of each color)
50 1-Gold tokens
10 5-Gold tokens
36 Victory Point tokens
5 100 VP token (1 of each color)




Lords of Waterdeep ist ein Workerplacement Strategiespiel mit verdeckten Elementen für 2-5 Spieler und einer, für sein Kaliber, sehr hohen Einsteigerfreundlichkeit. Warum? Aufgrund der sehr einfachen Grundstruktur des Spiels.

DIE SPIELMECHANIK

Jeder hat ein paar Agenten im Vorrat und darf immer wenn er an der Reihe ist, einen auf einem noch freien Feld auf dem Spielplan platzieren und die Vorzüge desselben nutzen. Das geht solange, bis alle ihre Agenten vergeben haben. Die Runde ist beendet, die Agenten kommen zurück und es geht von neuem los. Insgesamt gibt es acht Runden.

Ziel ist es, die meisten Siegespunkte zu erwirtschaften (ach?). Man tut dies, indem man die Voraussetzungen auf Questkarten erfüllt. Man bekommt diese Karten, indem man einen Agenten auf ein Feld setzt, welches dich ein Quest aus der Auslage von vier Karten auswählen lässt.
Das erfüllen kostet Ressourcen, die man wiederum auf anderen Feldern durch platzieren der Agenten einsacken kann. Dem Kenner fälltt auf, dass es sich hierbei um eine stinknormale Workerplacement Mechanik handelt, die es in vielen anderen Spielen auch schon gibt (Agricola, Dominent Species, Säulen der Erde, Caverna, Stone Age, Age of Empires, um nur ein paar zu nennen), ABER und das ist ein großes ABER, etwas ist schon anders.
Eines dieser Felder lässt dich neue Gebäude in Waterdeep errichten, welche dann als neue Felder für die Arbeiter gelten und ganz andere Aktionen freischalten. Toll ist auch, dass die Gebäude für die Bauauswahl von einem Nachziehstapel gezogen werden und so jedes Spiel immer wieder ein Anderes ist. Ein bisschen so, wie bei Agricola, nur dass dieser Prozess von den Spielern selbst gesteuert wird. Außerdem baut der Spieler nicht aus reiner Nächstenliebe diese neuen Schaltflächen in das Spiel ein, sondern er bekommt von nun an immer dann eine Belohnung, wenn ein anderer Spieler das Feld nutzt. Nutzt er es selbst, bekommt er die Belohnung nicht, aber auch kein anderer wird gefüttert.

Außerdem schön ist, dass das Spiel sich verdeckter Elemente bedient, um die Spieler und auch manchmal sich selbst mit netten Elementen zu überraschen. Das lockert auf und sorgt dafür, dass sich nicht so viel zu Tode gegrübelt wird, da viele Faktoren im Unklaren liegen.

Auch die Entwertung lockert auf. Man generiert zwar eine Menge Siegespunkte während des Spiels, doch am Ende deckt jeder seine geheime Identität auf, welche nochmal zusätzliche Punkte für bestimmte Questkategorien gibt. Deshalb ist während des Spiels schon darauf zu achten, Quests bestimmter Kategorien zu sammeln, auch wenn deren Belohnungen einem nicht immer direkt in den Kram passen.

DAS THEMA

Faaaantasy und zwar nicht so kitschige, sondern cooler Oldschoolscheiß. Drachen killen, Dungeons unsicher machen, Eulenbären zähmen und Schätze rauben. Nur ist man diesmal nicht derjenige, der sich in die Gefahr stürzt, sondern derjenige, der die Helden losschickt. Du spielst den reichen Bastard, welcher ohne Rücksicht auf Verluste nach mehr Macht in Waterdeep giert und dabei ist dir jedes Mittel recht. Der Flavour kommt hauptsächlich durch Quest- und Intrigenkarten rüber. Mal unterstützt du den armen Pöbel, dann schlägst du ihn nieder. Du bekämpfst das Verbrechen in der Öffentlichkeit, während du es im Geheimen subventionierst. Dazu kommen die Gebäude, die du in der Stadt errichtest, um sie mehr und mehr zu übernehmen.
Zusätzlich gibt es für alte Dungeon und Dragons Hasen, welche mit dem Forgotten Realms Campaign Setting vertraut sind, viele nette Insider und Schenkelklopfer.

Die Artworks sind einfach Klasse, richtig schönes Wizard of the Coast Niveau, was abgerundet wird durch das hochwertige Material im vorbildlich strukturierten Sortiereinsatz. Ich meine, die Box selbst sieht aus wie eine Schatztruhe!


Für Wen:

- Spieler die Workerplacement mögen und vor allem auch mal was relativ kurzes spielen wollen ohne unterfordert zu sein.

- Wer einen gelungen Brettspielabend haben möchte ohne Analasys Paralasys, Regelnachschlagerei

- Die Regeln sind in zehn Minuten erklärt und dann geht’s auch schon los!

- Fantasyliebhaber kommen mit der Gestaltung und dem Flavour des Spiels voll auf ihre Kosten

Für Wen nicht:

- Englischkenntnisse sind erforderlich um sich durch geheime Ziele und Intrigenkarten zu lesen.

- Man darf keinen Megastrategieknüppel erwarten, wie Dominent Species oder Im Wandel der Zeiten

- Das Intrigenelement ist mehr Mechanismus als tatsächliches Bescheißen seiner Mitspieler. Es hat also gar nichts mit Spielen wie Game of Thrones oder Junta gemein.


WERTUNG:

Material und Artworks: Alles was das Herz begehrt!

Flavour: Good old D&D Fantasy aus erfrischend neuer Perspektive. Allerdings drischt man nicht auf Orks ein, sondern zieht die Fäden aus dem Chefsessel.

Mechanik: Workerplacement in Hochform mit schönem Element, der Erweiterung der Felder durch eigenen Gebäudebau. Hat man noch nicht oft gesehen. Leichte Schwächen bei der Umsetzung des proklamierten Intrigenelements, also vielmehr Strategiespiel als Verhandlungsspiel.

Ich kann dieses Spiel nur jedem empfehlen, es hat einen festen Platz in meiner Sammlung und ich krame es oft hervor, wenn Spieler sich nicht auf einen bestimmten Regelklopper vorbereitet haben, trotzdem aber in kurzer Zeit ein gutes, kompetitives Strategiespiel zocken wollen. Und es ist ein Spiel was, international zwar renommiert, auf deutschen Spieltischen aber noch nicht so oft zu finden ist.
Auch im Genre eher unerfahrene Spieler, kommen voll auf ihre Kosten. Das perfekte Anfixspiel.

EINE ZWEITE MEINUNG

Sehr kritisches und wohlüberlegtes Review von Peter Rustemeyer (unbedingt bis zum Ende lesen):

https://peterrustemeyer.wordpress.com/20...s-of-waterdeep/

Für das entspannte Zusehen per Video, die Tabletop Episode von Will Wheaton:

https://www.youtube.com/watch?v=D7DvEIfrP84

 


Schon gespielt? Dann schildert uns doch kurz eure Erfahrungen:

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