Evolution - Review

Spieler: 2-5
Dauer: 1 h
Genre: Familienspiel bis Kennerspiel
Thema: Die Evolution des Lebens
Komplexität: einfach
Autor: Dominic Crapuchettes, Dmitry Knorre, Sergey Machin
Verlag: Schmidt Spiele
Sprache: Deutsch

Evolution ist ein super Familienspiel, da es trotz einfacher Regeln noch ordentlich Anspruch hat. Super für Zwischendurch und ein prima Anfixspiel für Brettspieleinsteiger. Keine Sorge, der Kenner kommt auch auf seine Kosten. Kommt bei mir immer auf den Tisch wenn viele unterschiedliche Spielertypen mit unterschiedlicher Erfahrung am Tisch sitzen und alle Spaß haben wollen.


DIE SPIELMECHANIK

Das Spiel ist unterteilt in ein paar Spielphasen. In der ersten zieht ihr Karten. Mindestens drei und pro Tierart, die ihr kontrolliert, noch mal eine. Auf den Karten ist ein Zahlenwert abgedruckt (der kann auch negativ sein) und eine potentielle Eigenschaft eines Tieres (Raubtier, Klettern, Langer Hals, Hörner etc.).

In der nächsten Phase müsst ihr eine Karte verdeckt ausspielen. Was das soll? Kommen wir am Ende der Spielrunde noch zu.

Dann kommt die eigentliche Aktionsphase. Ihr beginnt mit einer Tierart das Spiel. Eure Tiere besitzen einen Populationswert, einen Größewert und drei Eigenschaftenslots. Anfangs sind die ersten beiden Werte auf 1 (wenige, kleine Tierchen) und euer Tier besitzt keine Eigenschaften.

Jetzt könnt ihr reihum eure Handkarten ausspielen. Entweder um einem Tier eine Eigenschaft zu geben (Plötzlich kann es klettern oder es ist gefräßig oder fett), oder um seine Population um eine Stufe zu erhöhen oder um seine Größe um 1 zu erhöhen. Außerdem könnt ihr noch eine Tierart zusätzlich erschaffen.

Hat das jeder erledigt, geht es in die Fressphase. Jetzt werden die am Anfang verdeckt ausgespielten Karten der Spieler enthüllt (ohne das man sieht welche von welchem Spieler kommt) und deren Zahlenwerte addiert. Die Summe ist die Anzahl pflanzlicher Nahrungsplättchen, die diese Runde zur Verfügung stehen. Dann müssen die Spieler reihum aus diesem Pool immer ein Plättchen nehmen und ihre Viecher damit füttern. Pro Populationsstufe all seiner Tiere braucht ein Spieler ein Plättchen. Haben alle nach dieser Verteilungsrunde genug gefressen, sind sie satt und alles ist gut. Ist das nicht der Fall, senkt sich der Populationswert entsprechend. Die armen Biester verhungern eben.

In dieser Phase kommt noch ein bisschen mehr dazu, nämlich über die Eigenschaftskarten. Ein gefräßiges Tier z. B. darf sich, wenn es fressen will, zwei statt einer Nahrung nehmen. Ein Tier mit langem Hals frisst für andere unerreichbares Futter und nimmt sich einmal ein Plättchen aus der Spielschachtel. Ein Raubtier frisst keine Pflanzen sondern die Tiere der Mitspieler, sofern es einen höheren Größewert hat, als sein Opfer. Allerdings können sich diese Tiere auch wehren, z.B. wenn sie die Eigenschaftskarte „Hörner“ hat. Darauf können Raubtiere auch wieder kontern, durch Intelligenz (als Eigenschaftskarte) usw. Es gibt eine Vielzahl von Strategien und Konter und diese geben dem Spiel die Würze.

Das war auch schon das Spiel. Es wird so lange gespielt, bis das Kartendeck durchgezogen wurde und gewonnen hat derjenige, der in der Summe mehr Nahrung vertilgt hat, als alle anderen Spieler. Die vertilgten Nahrungsplättchen werden daher nach der Fressphase in kleinen Säckchen gesammelt.


DAS THEMA

Eine interessante Umsetzung des Evolutionsprinzips. Karten sind Ressourcen mit denen sich eine Art vermehrt, d.h. seine Population erhöht und dadurch mehr frisst und spielmechanisch Siegespunkte erwirtschaftet. Wird die Nahrung knapp oder treten Raubtiere auf den Plan, müssen die Karten für Anpassungen „verschwendet“ werden. Abwehrmechanismen, bessere Fresstrategien oder Körpergröße. Halten sich die Spieler an dieses Prinzip, fahren sie am besten. Verbraten sie unnötig Karten an Anpassungen, die gar nicht gebraucht werden, verliert ihr Spiel an Fahrt. Das Thema wurde daher trotz sehr simplem Spielformat ausgezeichnet umgesetzt!


Für Wen:

Ein Spiel für die ganze Familie
Biologen und Hobbybiologen
Einsteigerfreundlich und auch für Profis nicht langweilig


Für wen nicht:

hmmm... keine Ahnung, nicht geeignet für Kreationisten, da ihr Weltbild sonst Schaden nimmt.

FAZIT

Super Geschenkidee, super wenn unterschiedliche Spielertypen zusammensitzen und klasse für zwischendurch. Evolution ist ein Familienspiel mit richtig viel Gehalt und mit einer starken thematischen Umsetzung. Das fehlt oft in diesem Genre. Hut ab!

 


Schon gespielt? Dann schildert uns doch kurz eure Erfahrungen:

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