Epic Spell Wars - Review


Spieler: 2-6 (Ihr solltet mindestens zu dritt sein)
tatsächliche Spielzeit: 20 min pro Spieler
Genre: Amitrash, Bier und Bretzel, Last Man Standing
Thema: 80er Heavy Metal Fantasyshit, Magierduell
Komplexität: niedrig
Catch Up: Dead Wizard Cards boosten früh ausgeschiedene Spieler für die nächste Runde
Alter: ab 15, enthält exzessive Gewalt und sexualisierten Inhalt
Sprache: englisch
Autoren: Rob Heinsoo, Cory Jones
Illustratoren:Nick Edwards
Verlag: Cryptozoic

Epic Spell Wars ist ein unberechenbares, schwer gestörtes, gewaltverherrlichendes Hau-drauf-Spiel bei dem 2-6 Spieler in den Rollen von neurotischen Kampfmagiern versuchen, sich gegenseitig Umzubringen.

DIE SPIELMECHANIK

Die Mechanik ist simpel. Jeder Spieler spielt einen Battle Wizard mit 20 Lebenspunkten. Man zieht acht Karten mit Zaubersprüchen, die meistens dazu gedacht sind, den Mitspielern zu schaden. Bis zu drei dieser Karten werden dann verdeckt ausgespielt. Eine Karte alleine richtet nicht viel an. Aber wenn es einem gelingt, drei Spruchkarten zu kombinieren, haut das schon stärker rein. Die Karten sind nämlich in Kategorien eingeteilt: Source, Quality und Delivery. Man darf nie eine dieser Kategorien doppelt ausspielen (Also zweimal Source oder dreimal Delivery etc.). Die Illustrationen machen dies auch ganz gut deutlich. Haben alle Spieler ihren Spruch vorbereitet, werden die Karten aufgedeckt. Der mit dem kleinsten Spruch, also den mit den wenigsten Karten darf zuerst seine Effekte abhandeln. Bei Gleichstand wird gewürfelt oder, sollte eine Delivery Karte im Spruch enthalten sein, wird nach einer aufgedruckten Nummer gesucht, die über die Reihenfolge entscheidet.

Jede Spruchkarte hat wie gesagt irgendeinen Effekt. Bspw. „Deal 3 damage to your left foe.“. Diese Effekte werden der Reihe nach ausgeführt. Die Delivery Karte hat noch eine Besonderheit, den Powerroll. Der richtet in der Regel Schaden per Würfelwurf an. Wie viele Würfel man dafür nehmen kann, hängt davon ab, ob die anderen Bestandteile des Zauberspruchs zur Klasse des Deliveryspruchs passen. Es gibt Feuerzauber, Illusionszauber, Elementarzauber und so weiter. Hat man seinen dreiteiligen Zauberspruch aus drei Karten der selben Klasse gelegt, hat man auch drei Würfel für den Power Roll. Das Opfer dieses Spruches hat dann in der Regel nichts zu lachen.

Wenn man stirbt, ist man raus, zieht aber für jede Runde, die man tot ist, eine Dead Wizard Card. Diese gibt einem in der nächsten Spielrunde einiges an Vorteilen.

Außerdem kann man auch Schätze ergattern, also permanente Boni. Auch diese bekommt man über das Ausspielen von Zaubersprüchen.

Gewonnen hat der Spieler, der als erstes in zwei Duellen als einziger überlebt hat.

Das war´s schon fast. Im Stand Alone Rumble at Castle Tentakill kann man noch Kreaturen beschwören, die einem im Kampf unterstützen oder Schaden von einem abwenden, indem man sie opfert. Außerdem gibt es Blutpunkte, die man über Zaubersprüche generieren kann und ausgibt, um andere Zaubersprüche zu verstärken. Diese beiden Elemente bringen etwas mehr „Strategie“ ins Spiel.

Alles in allem ist die Spielmechanik sehr simpel und höchst zufällig. Um so mehr Spieler, umso mehr Chaos, aber auch umso mehr Spaß. Die Karteneffekte sind manchmal etwas umständlich formuliert, so dass man genau lesen muss.


DAS THEMA

Nach dieser etwas nüchternen Mechanikbeschreibung kann ich jetzt mal etwas aufdrehen. Denn dieses Spiel LEBT von Thema und Artworks. Stellt euch vor, eure Krakeleien auf dem Notizblock in der achten Klasse sind zum Leben erwacht. Gigantische Monster werden von widerlichen, sadistischen Magiern beschworen, um ihre blutrünstigen Feinde in den Boden zu stampfen. Diese Orgie aus Blut und Gewalt ist nur dann beendet, wenn ein einzelner Kampfmagier triumphierend auf dem dampfenden Haufen aus Gedärmen und abgetrennten Gliedmaßen seiner zerfetzten Feinde steht und siegreich seine Hand zum Himmel reckt. Dabei legen wir noch Songs von Megadeth, Slayer, Iron Maiden oder Judas Priest auf und laden unsere labilen, pickeligen und langhaarigen Freunde ein (Sollten sie inzwischen nicht mehr so aussehen, sind sie es bestimmt noch ein bisschen im Inneren)! Dann hauen wir uns einen Spell nach dem anderen um die Ohren, was sich ungefähr so anhört:

„Pisstar, the pissed wizard castet: Death Fairy´s ritualistic Testikill!“

„Krazzthar, the bloodomancer reagiert mit: Rose Bottoms auto-erotic deathwish!“

So hören sich nämlich die Zaubersprüche an und man sollte das auch laut und dramatisch vorlesen. Anstatt noch mehr Beispiele zu erläutern, empfehle ich hier einfach in der Artikelbeschreibung die Fotos durchzusehen, um sich ein Bild von den krankhaften Illustrationen zu machen, die diese bizarren Zaubersprüche begleiten.


ARTWORKS UND KOMPONENTEN

Noch einmal, schaut euch die Fotos an! Die Illustrationen sind der Hammer. Ich habe selten etwas gefunden, was mich mehr in den Bann gezogen hat. Das Spiel lebt absolut davon. In jeder Box sind ca. 200 Karten drin. Von den Spellkarten ist jede nur zweifach vorhanden. Es wird also nicht an Illustrationen gespart. Alle lassen sich prima optisch miteinander verbinden und ergeben immer neue bizarre Gesamtkompositionen. Einfach großartig.


FÜR WEN:

Für Freunde des unterirdisch schlechten Geschmacks und des kranken Humors
Das perfekte Spiel für zu viel Alkohol
Für diejenigen, die bei Ren and Stimpy oder Beavis and Butt-Head lachen müssen
Heavy Metal or no Metal at all! Whimps and Posers, leave the hall!


FÜR WEN NICHT:

Die Illustrationen sind echt geschmacklos und die Spielmechanik macht es nicht besser.
Man spielt nicht, das Spiel spielt dich
Die Karteneffekte sind manchmal etwas umständlich formuliert, daher nichts für Einsteiger ins Spielehobbie
gute Englischkenntnisse sind essentiell für das Verständnis des Spiels, sowie für den Humor



FAZIT

Ich betrachte dieses Spiel nicht als Spiel sondern eher als interaktives Kunstwerk. Genau das ist es nämlich. Es macht mir unheimliche Freude diese Karten auszuspielen und dann laut vorzulesen, am besten mit verstellter Stimme. Für mich als Vielspieler ist es hin und wieder auch mal entspannend, nicht total gefordert zu sein. Einfach mal laut lachen, albern werden, mit Freunden anstoßen und eine schöne Zeit haben. Epic Spell Wars ist wie dafür gemacht.

Duel at M. Skullzfyre oder Rumble at Castle Tentakill?

Was soll man sich nur zuerst holen? Eigentlich ist es recht egal. Bei Skullzfyre ist der Humor etwas direkter, bei Tentakill klingen die Sprüche etwas holpriger und umständlicher. Aber wirklich nur etwas. Bei Tentakill gibt es dafür aber ein wenig mehr „Strategie“, wenn man es so nennen will. Durch das Ausspielen von Kreaturen und das Ansammeln und Ausgeben von Blutpunkten.


Die ZWEITE MEINUNG:

Die Tabletopfolge bringt das Spielgefühl auf den Punkt:

https://www.youtube.com/watch?v=jzY7Ywv_JiI


Schon gespielt? Dann schildert uns doch kurz eure Erfahrungen:

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