Codenames - Review

 

Codennames ist das neue Wortspiel. Ob du es nur mit einem Partner zu zweit spielst, um tief in die Innereien seines logischen Verstandes vorzudringen, oder ob du daraus ein Partyspiel mit 8 Leuten machst, denen du in Kürze alles erklärt hast und welche schon bald jubelnd und jolend deinen Spieltisch bevölkern. Es liegt ganz bei dir. Dieses Spiel ist einfach zu lernen, kurz in der Spielzeit und hat einen enormen Wiederspielwert!


Spieleranzahl: 2-8 (am besten mit gerader Anzahl spielen)
tatsächliche Spielzeit: ca. 45 min
Genre: Wortspiel/Partyspiel
Thema: Geiheimagenten
Komplexität: Leicht, aber Vorteil für erfahrenere Spieler
Catch Up: Für das führende Team wird es immer schwieriger, nicht auch mal daneben zu hauen und den anderen einen Punkt zu geben
Alter: Ab 14 Jahren
Sprache: deutsch

Autoren: Vlaada Chvatil

KOMPONENTEN

8 Rote Agenten Karten
8 Blaue Agenten Karten
1 Doppelagenten Karte
7 Unschuldige Passanten Karte
1 Attentäter Karte
40 Schlüsselkarten
200 doppelseitige Codename Karten
1 Sanduhr


DIE SPIELMECHANIK

Für jede Spielrunde werden 25 Codename-Karten zufällig gezogen und in einem 5x5 Raster ausgelegt. Darauf stehen verschiedenste Begriffe (Esel, Hochhaus, Kanada etc.). Zwei Spieler werden zu Geheimdienstchefs ernannt, welche jeweils ein möglichst gleichmäßig aufgeteiltes Team an Spieler um sich scharen. Die Geheimdienstchefs bekommen eine gemeinsame Schlüsselkarte. Diese Karte gibt an, welche Begriffe aus dem Raster welchem Team zugeordnet sind, welche neutral sind und hinter welchem Begriff sich der Attentäter verbirgt (Bsp. Esel, Hund und Atombombe gehören zum roten Team, Banane, Hirsch und Flugzeug zum Blauen, Tisch, Steuer und China sind neutral und Zeichnung ist der Attentäterbegriff).

Daraufhin ist der erste Geheimdienstchef an der Reihe und muss einen Begriff und eine Zahl nennen (Bsp.: „Tier:2“). Der Begriff darf nicht auf dem Spielfeld vorkommen und die Zahl darf keinen inhaltlichen Bezug auf Begriffe auf dem Spielfeld herstellen (Bspw. Nicht „2“ sagen, weil man die „Zwillinge“ meint, die ausliegen).

Nun müssen die Spieler des Teams herausfinden, welche Begriffe auf dem Spielfeld vom Geheimdienstchef gemeint wurden (Bei „Tier 2“, könnte vielleicht der „Esel“ und die „Katze“ gemeint sein). Wenn sie sich entschieden haben, tippen sie mit dem Finger auf die Karte und der Geheimdienstchef legt ein Plättchen darauf. Ein Rotes, wenn der Begriff ein Begriff zum roten Team gehört, ein Blaues, wenn er zum Blauen Team gehört, ein Neutrales, wenn niemand zugeordnet ist oder ein Schwarzes, wenn es der Attentäter war.

Dann passiert folgendes:
War es der Attentäter, haben die Spieler dieses Teams sofort verloren!
War es ein neutraler Begriff, ist das andere Geheimdienstchef an der Reihe.
War es ein Begriff in der anderen Teamfarbe, ist der andere Geheimdienstchef an der Reihe und das andere Team bekommt sogar einen Punkt.
War es ein Begriff in der eigenen Teamfarbe, so hat das Team einen Punkt und darf eventuell weiter raten.

Wie oft man weiter raten kann, hängt von der Zahl ab, die der Chef genannt hat plus eins (Im Beispiel „Tier:2“ also dreimal). Es macht also Sinn nach weiteren Wörtern zu suchen, die mit dem vom Chef genannten Wort zusammenhängen (Bsp.: „Esel“ war richtig, dann müsste auch „Giraffe“ gehen.) Den zusätzlichen Rateversuch kann man bspw. dazu verwenden, Begriffe die vorher nicht gelöst wurden, zu finden („Das letzte mal hieß es „Kommunismus 3“ und wir haben nur „China“ und „Industrie“ geschafft. Vielleicht probieren wir nochmal „Sichel“ aus?“).

Die Geheimdienstchefs dürfen keinerlei Hinweise geben, welche die Diskussion der Teamspieler beeinflussen könnte, nicht einmal durch Gestik oder Mimik. Wenn sie sich nicht daran halten, würde ich sie einfach umdrehen und an die Wand schauen lassen.

Welches Team zuerst alle seine Begriffe gefunden hat, gewinnt das Spiel.


DAS THEMA

Das Geheimdienstthema passt zwar irgendwie, weil man sich hinter den Begriffen verdeckte Agenten vorstellen kann die man enttarnen muss, aber es kommt nicht wirklich rüber. Es ist auch gar nicht so wichtig.


FAZIT

Ich persönlich mag Partyspiele nicht, bei denen man seinen Namen tanzen, seine Mutter kneten oder Michael Jackson-Songs summen muss und ich war auf der Suche nach einem Spiel, was zugänglich für jeden und trotzdem geistreich ist und eine große Varianz an Mitspielern abdeckt. Codenames ist es. Dabei lernt man wirklich, wie deine Freunde denken. Man verlinkt sich regelrecht mit deren Gehirnen. Am Anfang ist es wirklich noch „Tier 2“ und man meint „Hund“ und „Esel“, später wird es dann „Geschoss 4“ und man findet „Revolver, Saturn, Rakete und Prostituierte“ heraus, gefolgt von einem saftigen High Five!

Was man als Geheimdienstchef ziemlich früh merkt ist, dass es relativ einfach ist, Gemeinsamkeiten zwischen Begriffen zu finden. Schwer ist aber, sie von anderen Wörtern abzugrenzen, die bei falschem Raten an das Gegnerteam fallen würden (Hund, Esel, Giraffe sind rot, Katze aber blau und der Tiger ist sogar der Attentäter!). Das hinzubekommen, macht wirklich Spaß.

Zu zweit oder zu dritt spielt man kooperativ, ein Chef, ein Agent. Und jede Runde verliert man Punkte an den imaginären Gegenspieler. Das funktioniert erstaunlich gut und es ist wirklich ein schönes Erlebnis, gerade wenn man das mit seinem Partner spielt. Wenn man sich schon recht lange kennt, kommt man da auf Abstraktionsebenen, dass einem schwindelig wird.

Codenames ist wirklich etwas Besonderes! Ein neues Spiel, ein ungewöhnliches Spiel, ein zugängliches Spiel, mit guten Chancen, das Scrabble des 21. Jahrhunderts zu werden.


DIE ZWEITE MEINUNG

Eine kurzes Review von The Game Boy Geek:

https://www.youtube.com/watch?v=DpZvT76SP88

Ein ausführliches Review auf deutsch von nerDEyROLL:

https://www.youtube.com/watch?v=gSUt2-NXm9Y


Schon gespielt? Dann schildert uns doch kurz eure Erfahrungen:

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